In meiner Schmerzkarriere habe ich wirklich den Bodensatz medizinischer Betreuung erlebt, keine Frage – das endete in meinen Augen mit der Schmerztherapie im März diesen Jahres. Dort erreichte ich wirklich einen Grundsatz medizinischer Wertigkeit – die man kaum unterbieten hätte können.
Bei einer Untersuchung Anfang Juni gab es für mich mal die Überraschung, dass da tatsächlich mal Jemand ist, dem ich als Mensch am Herzen liege.
In dessen Auge, ich nicht “Patient K” bin..
Bei diesem Termin wurden Grundsätzlich folgende Dinge festgestellt:
1. Es liegt ein Nervenschaden vor (den die Klinik im März ja kategorisch ausgeschlossen hatte, im Namen des Oberarztes und der Teilzeitdoktorin)
2. dieser macht es bisweilen unmöglich, dass ich Dinge an bestimmten Stellen spüre, Warm von Kalt unterscheiden kann, etc. unschön aber eben da bzw. nicht da
3. der Zehenstand ging nicht, auch wohl durch Reflex Tests diagnostiziert
Alles in allem sehr umfangreich. Das hätte ich mir von dem Aufnahmegespräch zu Therapiebeginn gewünscht – das man eben nochmal eine Bestandskontrolle macht.
Die Dosis mit der ich aus der Schmerztherapie ende März entlassen wurde ist zu gering, nicht zuletzt auch wegen der Ursprünglichen Wahl des Kombipräparats, das Naloxon in den Tabletten hebt die Wirkung ggfs. auf.
Macht also das Oxycodon zu einer Luftnummer. Das war aber auch das was mir ein Pharmakologe schon im Detail erklärt hat, neben den Allgemeinen Informationen im Netz (meist jedoch in englischer Sprache), auch die Bedenken im Bezug dieser Express Zulassung, weil ja das Oxycodon schon ausreichend viele Studien hinter sich hatte, bis es auf den Markt kam, der Antagonist so aber keine Wirkung hat, außer die die Wirkung vom Opiat aufzuheben. Die Rezeptoren zu blockieren.
Unschön für Leute bei denen die 80mg einfach nicht ausreichen, so kommt es lt. Unterlagen der FDA nur für Patienten in Frage die als Opioidnaiv gelten oder eben Post-operativ behandelt werden. Für Patienten die in den letzten 5 Jahren bereits über einen längeren Zeitraum (>10-12 Wochen) Opioide [1] eingenommen haben, kommt es nicht mehr in Frage. Es muss auf reinen Oxycodon oder ein anderes Opioid ausgewichen werden.
[1]Darunter fallen im Übrigen auch Tilidin und Tramadol, bzw. das neue Medikament mit dem Markennamen Palexia.
Es soll lt. FDA vorrangig für Patienten mit einem Alter >55 eingesetzt werden, die ohnehin schon meist unter Verstopfung leiden ausgelöst durch eine Grunderkrankung und deren Medikation oder aus organischen Gründen und so vermehrt Probleme hätten mit normalen Opioiden in Reinform.
Mich kann man wohl wirklich nicht mehr als Opioid naiv bezeichnen, auch nicht wegen dem einen Jahr Pause.
Nur um das klar zu stellen – ich hatte auch noch am Entzugstag Schmerzen, jedoch war in die Wirkung der noch vorhandenen Restdosis Morphin die man mir ließ (regulär eigentlich nur noch 270mg) inzwischen so weit unten, weil sich jeder in die Dosierung eingemischt hatte, der meinte er könne es besser. Dass ich mir die Frage stellte: „machst du weiter mit der bescheidenen Versorgung und dann?“
Also beschloss ich komplett auszusteigen, zuhause! Denn alle Ärzte ausnahmslos, haben mir gesagt: “Herr K, Sie kommen NIE WIEDER DAVON WEG…” “SIE werden auch in Zukunft nicht ohne etwa 2x10mg täglich auskommen”
“Sie wollen entziehen?! also aufhören? .soll ich anfangen zu lachen?! Das schaffen Sie doch nie…” “Ich kann Sie aber nicht in einer Klinik einweisen lassen zum Entzug, sie brechen das ehe ab und blockieren die Plätze für Menschen die es durchziehen” “Hier können Sie hin. in die Psychiatrie, die helfen einem beim Entzug auch…”
So argumentierte der Letzte und Vorletzte Hausarzt (Erklärung: Letzter war von Jan. 11 bis April 11, Vorletzter war von September 10 bis 30.12.2010) Ich entzog komplett allein zuhause, ohne medizinische Unterstützung und Medikation die die Symptome etwas lindert. das waren die schlimmsten 5 Tage meines Lebens.
Also von 360mg Morphin Retard und 2×400µg Fentanyl pro Tag auf null.
Was dann folgte, beschreibe ich hier mal nicht näher, dass kann sich jeder ergoogeln.. “Kalter Entzug”. Da gibt es nichts zu schönigen. Es war meine Entscheidung.
Obwohl ich noch Medikamente für 14 Tage zuhause hatte – also genug Zeit mir einen neuen Hausarzt zu suchen, nach der Letzte mich doch glatt bat “hier nie wieder aufzutauchen“.
Das Jahr war heftig, im ersten halben Jahr war ich der Meinung – jetzt trotz heftiger Schmerzen aber ohne Fessel der ständigen BTM Verschreibungen besser dran zu sein, man nutzte die Zeit aus. Mehr sage ich nicht dazu, gegen Jahresende 2011 wurden die schmerzen zunehmend zu einem Problem. Ich zog mich immer mehr zurück.
So fiel dann ja die Entscheidung im Februar 2012 die Schmerztherapie in einer Einrichtung in der Nähe aufzusuchen, nachdem ich bei allen anderen Einrichtungen meiner Wahl, Wartezeiten von 9 bis 22 Wochen hätte in Kauf nehmen müssen. Das hätte ich nie so lange ausgehalten, so war ich doch froh dass der Chefarzt der Einrichtung mit am 22. Februar knapp einen Monat später einen Termin für eine stationäre Aufnahme anbieten konnte.
Um nach meinen eigenen Aussagen mit mir zusammen (nach meinem Wunsch) – nach einer langfristigen Lösung zu suchen, die es mir ermöglichen soll, zu Planen für 2 bis 3 Jahren im Voraus. Was dann folgte war eine Enttäuschung. Auch wenn man es sicher anders sieht, so bin ich immer noch der Meinung, man… vielmehr der Oberarzt konnte mich von Anfang an nicht riechen, ich weiß nicht wieso. Ich kann nur vermuten, dass es daran lag, dass ich mich von den Schmerzen nicht habe unterkriegen lassen, so war der Eindruck den ich nach Außen den Anderen vermittelt haben muss, denn laut ihm sah man mir die Schmerzen auf dem Level nicht an. Andere Menschen mit einem ähnlichen Level würden sich grundsätzlich anders verhalten. Ich litt wohl nach seinen Ansichten nach nicht genug. Vielleicht fehlte auch in meiner Vita der obligatorische Suizid Versuch. Oder dass ich psychisch so am Ende war, dass ich nicht weit davon entfernt bin, egal an welchem Tag…
Ich hatte zudem das Gefühl, man hat mir meine Geschichte nicht abgenommen – Klar das klingt ja auch für jemanden der immer nur nach Schema behandelt auch heftig was man so liest in meinen Akten. Das ist aber noch lange Kein Grund alles grundsätzlich in Frage zu stellen.
Das war auch der Grund wieso man es zuerst mit der Kombi Tilidin + Pregabalin versuchte, jemand der noch nie Opiate genommen hat, dem mag das ausreichen, aber ich vergleiche das mit Zuckerpillen, die Dosis lag im Vergleich zum Morphin irgendwie bei 4-6mg Morphin pro Dosis (0,05-0,08 Faktor zu Morphin). Viel zu wenig. Erst nach bitten und betteln stellten man auf Oxycodon um. so dachte ich zumindest – von dem Antagonisten erfuhr ich erst durch die gelbe Liste. Seitens der Ärzte erläuterte mir man keine der Tabletten. Das zählt meiner Meinung nach zum guten Ton dazu, nicht dass der Patient sich die Informationen selbst zusammen suchen muss. Ich meinem Fall half der PharmIndex fürs Iphone. Das hätte auch dem Oberarzt geholfen, dann hätte er das Tizanidin nicht kommentarlos am 1. Tag der Therapie abgesetzt. Ich hatte ja wie gewünscht keine Tabletten dabei und hatte d.h. auch keine Wahl. Man soll diesen Wirkstoff ohnehin nicht abrupt absetzen, es kann zu Entzugserscheinungen kommen. kam auch. Ich war doppelt so stark verspannt.
Gegen die Spitzen kam man auf die geistreiche Idee, man könne mir bis zu 6g Paracetamol pro Tag geben (wohl gemerkt ohne die Bolusmedikation)…Angesprochen auf die Organtoxizität an den Oberarzt… wurde dann gesagt, wenn überhaupt wirke das sich auf die Leber und nicht auf die Nieren aus, so hat er doch im Anschluss daran eine Lebertoxizität mal einfach als “Humbug” bezeichnet.
Es half ohnehin nicht – auch das am ersten Tag noch belassenen Novalgin. Das half nie bei solchen Schmerzen, das sagte ich aber bereits im Einführungsgespräch.
Obwohl ich aussagte, dass ich den Brennschmerz eigentlich nicht als Schmerzhaft empfinde, verordnete man mir auch 2x 75mg Pregabalin – laut der „50% Ärztin“ (50% bezieht sich auf die Arbeitszeit.. Sie ist nur eine Teilzeitkraft !), wirke sich das positiv auf die Taubheit im rechten Bein aus, das würde das “weg machen”.., das könnte nach ein paar Monaten verschwinden…Wenn da „wirklich ein Nervenschaden wäre – so würde das [Markenamen entfernt] das komplett beseitigen….Soso:
ich würde vorschlagen, schickt das doch dem Hersteller, er würde sicher 100 Milliarden damit machen, wenn man Nervenschäden mit dem Medikament heilen könnte, dauerhaft!
Da würden sich Millionen Querschnittsgelähmte drum prügeln oder gegenseitig überbieten. Denn dann könnte man die Tabletten zum 10, zum 100-fachen jetzigen Preis verkaufen.
… Man machte mir die Selbstakupunktur madig, da dies nichts bringen würde. Sie habe das auch noch nie gemacht, kann sich aber nicht vorstellen dass das genauso funktioniert, wie wenn man es gemacht bekommt.
Ich breche das jetzt mal ab und komme zurück auf den heutigen Tag und dessen Ergebnisse:
Die Knieschmerzen müssen geklärt werden, durch Spezialisten ob evtl. eine Gelenkspiegelung angebracht wäre, wegen den Geräuschen die bei der Knickbewegungen entstehen und etwa an 70-85% des Tages zu hören sind
Wenn die Ursache gefunden ist, entscheiden ob eine OP Sinn macht
Wenn eine OP nicht in Frage kommt und die Schmerzen unverrückbar fest stehen
Die Dosis wurde angepasst. auf 80-80-0-80, zusätzlich auch noch 20mg unretardiertes. als Bolus Medikation… Danke Danke Danke Danke…dafür dass ich jetzt nicht länger in die Röhre sehen muss
Statt es auf den Hausarzt abzuschieben, stellte er die Rezepte aus:
100Stk. 40mg Oxycodon HCL und für die 20mg Oxygesic Akut (gibt’s nur im Original… kein Generika = Effentora lehnte ich (zu diesem Zeitpunkt) ab.. will ich nicht, nicht mischen. Kommt nicht gut, wenn es etwas gibt was auch wirkt, dann bleibt man beim gleichen Wirkstoff
Es besteht unverrückbar eine Nervenschädigung durch die Bandscheibenvorfälle, am rechten Bein. Sensibilitätsstörungen, Missempfindungen und Lähmungen