Der Cut

Ohne Medikamente
Ich habe es 11 Monate und 1 Woche ohne  schwere Schmerzmittel versucht, ich bin den kompletten Leitpfaden der nicht medikamentösen Schmerztherapie rauf und runter gegangen, sieht man auch – so kaputt wie das Teil ist.
Ich habe mit Sicherheit mehr und länger Sachen und Alternativen probiert als die Meisten Schmerz Patienten, selbst unangenehmes habe ich auf mich genommen. Ohne Erfolg. All diese Alternativen Methoden haben ihre Grenzen. Für Dauerschmerzen sind sie nur bedingt brauchbar. Das bekloppte dran ist – bevor da Hausärzte dran rum geschraubt hatten war die Medikation in Ordnung erst durch das fehlerhafte und falsche Eingreifen kam es nach meiner Ansicht nach, zum jetzigen Status – der kaum noch beherrschbaren Schmerzen. Antibiotika sind da auch ein gutes Beispiel, bricht man die Therapie viel zu früh ab, dann kann es passieren dass der Keim Resistent wird und nichts mehr helfen will. Aber statt daraus zu lernen, macht man immer wieder dieselben Fehler, so wie mir das in meiner Vergangenheit als Schmerzpatient immer und immer wieder passiert ist. Weil sich Hausärzte berufen gefühlt haben „dem jungen Mann“ zu helfen in Ihren Augen.  Letztlich hat das nur dazu geführt dass ich immer unzureichender versorgt wurde und letztlich bereit war unter größten Schmerzen und Qualen komplett und auf einmal alles Verbliebene noch abzusetzen. Die ersten 4 Wochen waren ein ständiger Kampf nicht aufzugeben – nein ich spreche hier nicht von nehmen oder nicht nehmen sondern wohl eher von weiter leben oder dem ein Ende setzen. So weit war ich zu jenem Zeitpunkt schon – ich wäre lieber in den Freitod (Korrektur von Freitag) gegangen als nochmal Schmerzmittel zu nehmen und mich wieder der vermeintlichen Macht der Ärzte unterordnen welche mein Leben in den vergangenen Monaten und Jahren zu Hölle auf Erden gemacht hatten, durch das ständige einmischen und „kurzhalten“.

Mein NRS Level war ständig so hoch. dass man immer am Rande eines Kreislaufzusammenbruchs stand, erst mit den Monaten besserte sich mein geistiger Zustand. Die Schmerzen jedoch blieben. Ich wurde zäher was das anbelangt – sonst hätte ich wohl wirklich einen Schlussstrich gezogen.
November 2011 waren die Qualen so groß dass ich nach langer Zeit (6 Monate) mal wieder einen Hausarzt aufsuchte, um wenigstens mit dem Mindesten an Schmerzmitteln versorgt zu sein. BTM oder auch nur leichte Opioide lehnte ich noch immer ab.
Es wurde nicht besser, meine Schlafstörungen machte zunehmend auch das Leben an sich zur Qual. Die Leistungsfähigkeit sank rapide. Man hatte zunehmend immer weniger Lust etwas zu tun. Man zog sich immer mehr zurück. Die Schmerzen nahmen einen gewissen Stellenwert in meinem Alltag ein.
Ende Februar 2012 war ich dann so verzweifelt, dass auch meine Krankenhausphobie mich nicht mehr davon abhalten konnte eine Schmerzambulanz aufzusuchen. Bereits im Vorfeld wie auch die Jahre davor hatte ich mich immer wieder mit endgültigen Lösungen beschäftigt und war immer wieder bei invasiven Methoden gelandet, ein SCS (ein Neurostimulator) kam bei mir nicht in Frage, aber eine Medikamentenpumpe so versicherte man mir wäre eine Alternative, über die man durchaus nachdenken sollte. Mit eben jenem Wunsch suchte ich die nächstgelegene neue Schmerzklinik auf… der Rest ist Geschichte.
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