Das ganze fällt heute dann doch knapp aus. Denn ich habe weder die Lust noch die Muße ausführlicher zu werden.
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Daily Journal (vom 28.07.2012)
Der Tag war schon lange nicht mehr so voller Schmerzen wie heute.
Die Knieschmerzen vermiesten heute alles. Leider.
Nicht einmal mehr meine in den vergangenen Tagen gemachten Schnäppchen habe n noch was dran ausrichten können. Ich wollte heute so einiges noch von meiner Todo List abhaken, aber der Schmerz ließ mich keinen klaren Gedanken fassen.
Mit gemischen Gefühlen in die Nacht
Der Tag heute war irgendwie verkorkst.
Angefangen hatte er nicht gut, das sieht man auch an meinem Schreibstil letzter Nacht.
Um kurz vor halb 3 bin ich aus Erschöpfung eingeschlafen, keine 60Minuten später wieder wach und dann in Etappen bis in den Morgen. Also wieder 30 Minuten wach sein, um dann dafür 5-10 Minuten zu ruhen. Das ging so etwa bis heute früh um 8 Uhr. Danach aufgestanden, geduscht und in den Morgen gestartet. Wieder nur sehr zäh in den Tag.
Ich beschloss auf die Schmerzmittel zu verzichten den Tag über – soweit mir das möglich wird, dachte ich mir. Der Schlafmangel war unübersehbar – ich torkelte mich durch den Tag. Abwechselnd´. Wach und Semi Wach *g*
Ich wollte um 10 Uhr heute Morgen noch bei einer Schmerzambulanz in der Nähe anrufen um zu erfragen wie es mit Terminen steht…
Was für ein Drama sich dann entwickelte, erstaunte mich nicht zuletzt auch sehr und eigentlich bestätigte es mich in der Annahme dass das System in Deutschland viele Ecken und Kanten hat, die nicht sein müssten…
1. Angerufen, die Geschichte runtererzählt
2. okay, einen Termin können wir Ihnen wegen der räumlichen Lage nur geben mit Vorlaufzeit (ist ja meistens so)
3. Daten abgefragt und dann kam’s
a.
Ich bräuchte eine Überweisung (klar… logisch bekomme ich ja vom HA)
Aber nein.. ich brauche die Überweisung von einem niedergelassenen Schmerztherapeuten – der nicht im Klinikdienst tätig ist. Wohl weil ich kein Stück Papier habe, in der mir die Alte Klinik erklärt dass sie nicht zuständig sein.. Soso…
Termin bekommen, in knapp 4 Wochen
Gut und wo bekomme ich die Überweisung jetzt her…?
Man gab mir den Namen und die Telefonnummer eines Arztes…
b.
Die Waren natürlich nicht begeistert davon, denn sie seien kein Überweisungsarzt, dass die Kliniken das gerne machen wissen sie, sie wollen das aber nicht..
Einen Termin könnte man mir frühestens in 7 Wochen anbieten…
c.
andere niedergelassene Durchtelefoniert, aber immer das gleiche
Nein keine Überweisung ohne Besuch. und den Termin gibt es zwischen 7 und 22 Wochen Wartezeit.
d.
Hm und was nun?
Ich meine wenn meine alte Klinik – keine Nachbetreuung anbietet, dann bleibt mir ja nur die Wahl einen anderen aufzusuchen. Wenn ich bei einem niedergelassenen einen Termin bekommen könnte, würde ich ja nicht eine Ambulanz aufsuchen, für einen Notfall sondern mich an die Klinik wenden die mich eingestellt hat, um Änderungen vornehmen zu lassen.
Aber ich musste mir ja anhören, dass Sie keine Nachbetreuung vornehmen, erst recht nicht bei mir, weil ich unerlaubter Weise von meinen Patienten und Grundrechten Gebrauch gemacht hatte.
e.
Ich muss also für einen Notfall, 7-22 Wochen vorher zu einem niedergelassenen Arzt um mir dann eine Überweisung ausstellen zu lassen, die nur ein Quartal lang gilt, für einen Notfall bei dem ich nicht weiß wann und wie er eintritt?!
d.
Anscheinend kann die eine Ambulanz, hier in der Nähe nur die Überweisung von einem Schmerztherapeuten akzeptieren und damit abrechnen. Überweisungen vom Hausarzt oder von einer anderen Klinik werden nicht akzeptiert!
Welches Kranke Genie hat sich denn diesen Mist einfallen lassen?
Liebe Krankenkassenmenschen? Ihr an euren runden Tischen, wisst ihr überhaupt was ihr mit diesem Arbeitsaufwand uns Patienten antut?! Sicher nicht, denn ihr in den Vorstandsund Führungsetagen, ihr Entscheider, ihr seid sicher nicht gesetzlich bei eurer eigenen Krankenversicherung versichert. Und so auch nicht auf die Leistung eben dieser angewiesen. Welcher kranke und perverse Gedankengang steckt hinter einem solchen bürokratischen Unsinn?
Wollt ihr dass die Patienten sich umbringen? Wollt ihr, dass sich die Patienten vor den nächsten Zug werfen, sich die Pulsadern aufschlitzen oder eine der anderen 1001 Möglichkeiten wählen um Ihrem Leben ein Ende zu setzen?
Genau das passiert bei einem labilen Schmerzpatienten, er sucht den Weg des geringsten Widerstands?
Aber das ist bestimmt im Sinn der maximalen Gewinnermittlung fürs Quartal – damit sich die obere Führungsriege brav die Taschen vollstopft auf Kosten derer die Hilfe suchten.
Nun frage ich euch! Wieso ist denn die Überweisung vom Hausarzt einer unmöglich abrechenbaren Behandlung?! Weil der Patient den einfachsten Weg gewählt hat?
Er hat sich Hilfe gesucht, bei dem Jenigen den Ihr in dem Hausarztmodell doch als Koordinator sehen, einem Manager der die Besuche bei Fachärzten nur dann anordnet wenn sie unbedingt nötig sind. Und da ihr die Hausärzte nun auch in den Verschreibungspraktiken beschnitten habt, können Sie ohne die Überweisung an einen Facharzt den Schmerzpatienten nicht mehr richtig betreuen. Da schlägt doch die Kernkompetenz als Grundversorger total fehl. Das ist Missmanagement erster Klasse.
Genau wie man es von Leuten erwartet die über das Wohl der anderen Entscheiden, sie aber niemals in die Lage kommen, selbst in vom diesem System und seiner Funktionsfähigkeit angewiesen sind. Da sie selbstverständlich privat bei einer anderen Versicherung versichert werden – damit sie eben nicht unter einem schlecht geplanten und verkorksten System kaputt (oder vielmehr krank-) verwaltet werden.
In einem System in dem man sich nicht auf seine Krankenkasse verlassen kann, in dem man dann auch die Lustlosigkeit von Ärzten zu spüren bekommt, weil die inzwischen auch keine Lust mehr haben, unter einem solch miserablen System ihren Dienst am Patienten zu verrichten. In dem Ärzten Fehler begehen und schon aus Gewohnheit alles auf das System schieben, das in Vergangenheit, ja schon an so vielen Missständen und Problemen tatsächlich schuld hatte.
Das gleiche Kuddelmuddel hat man auch bei einer Hilfsmittelverordnung, die mir der Arzt gab. Man kann also nicht einfach zur Apotheke seiner Wahl gehen, nein!
Man muss über die Internetseite der KV, in einer schlecht gewarteten und unübersichtlichen Datenbankabfrage nach Händlern suchen die einen Vertrag mit der KV haben und berechtigt sind dem Patienten die Hilfsmittel die auf dem Rezept stehen auch zu verkaufen oder zu beschaffen. Natürlich rechnet man mit einer Zuzahlung ebenso wie bei anderen Rezepten auch. Aber dass es nun nur eine Handvoll Läden und Händlern gibt die die Rezepte akzeptieren, so musste ich bitter feststellen, dass es damit noch nicht getan ist. Viele dieser Händler wollen sich wegen einer Kleinstmenge nicht den Aufwand machen oder sagen das Rezept sei fehlerhaft. Oder noch besser: Man solle doch mal eben die 30km herfahren, damit die einem sagen können, was man bekäme – für den Text der auf dem Rezept steht. Vorab faxen geht wohl nicht! Um dann letztlich festzustellen, dass das Rezept nicht korrekt ist und man 60km umsonst zurückgelegt hat. Damit man an einem Punkt ist, an dem man noch nicht weiter ist als man vor dem Rezepterhalt war.
Da kommt man doch ins Grübeln, ob man den Betrag nicht selbst aus eigener Tasche finanziert, bei dem Aufwand.
Jetzt geht’s aber mir zumindest mal ums Prinzip! Das heißt ich werde ein neues Rezept holen, nach deren Wünschen und erneut hinfahren, aber dann bitte hätte ich auch gerne ohne weitere Diskussion das Hilfsmittel.
An der KK Hotline wird man auch noch angepflaumt, warum man das jene Produkt nicht ganz selbst bezahlt, das wären doch schließlich nur! ein paar hundert Euro pro Jahr.
Als junger Mensch könne man das doch selbst stemmen!
Meiner Meinung nach eine Frechheit, was speilt mein Alter da für eine Rolle.
So platt legte ich mich heute Mittag hin. Ganze 3h lang versuchte ich mich irgendwie in einen schlafähnlichen Zustand zu bringen. Mehr oder weniger erfolglos.
Der restliche Tag verlief sehr ruhig, aber wegen des anhaltend hohen NRS Werts hielt ich mich zurück. Kopftechnisch war ich immer noch nicht wieder fit. Ich brauche dringend einmal wirklich mehr Schlaf als nur 60Minuten.
Erst gegen 21Uhr heute Abend nahmen die Schmerzen stetig zu. Vor allem der Rücken machte mir Probleme. Um kurz vor halb Zehn nahm ich die inzwischen Obligatorische Odansetron (lasse ich sie weg muss ich mich zu 75% erbrechen).
Um kurz nach 22Uhr nahm ich dann die gesamte Tagesdosis also 80mg Oxycodon.
Die Schmerzen sanken bis Mitternacht auf ein erträgliches Niveau. Etwa um die 6.
Das rechte Knie auch – legte aber danach wieder leicht zu und wir sind jetzt um 1:38Uhr etwa in Ruhe bei einer 6.2 und unter Last bei einer 8. Ich kann aber wieder gehen – ohne zu starke Schmerzsteigerung, das verdanke ich definitiv der Dosis.
Der Rücken macht mir seit etwa 10 Minuten wieder Probleme, das war das Thema und die blöde Sitzhaltung. Mein Gesicht juckt wieder … aber das ist die hohe Dosis.
Der Schlaf lässt noch auf sich warten, obwohl ich alle Tabletten schon vor 3 stunden genommen hatte. Ich hoffe die Wirkung kommt in den nächsten 30 Minuten, sonst habe ich ab etwa 4 Uhr wieder das Problem dass die Knieschmerzen wieder zunehmen. Ich kann aber nicht mehr als die 80mg pro Tag nehmen, da der Hausarzt wegen der Krankenversicherung nicht mehr aufschreiben darf, ihm würde man ggf. mit Zahlungsverweigerung kommen, das natürlich bei den Preisen unzumutbar wäre.
Er kann nur die Dosis verringern!
Das einfachste wäre jetzt gewesen, wenn die alte Klinik einfach eine Korrektur vornimmt und die Dosis so hoch anlegt, dass ich eher weniger als mehr nehmen würde.
Aber die wollten ja schon nicht wegen der Übelkeit und den Ödemen wechseln. Schon gar nicht wegen der Tageshöchstdosis von 80mg bei dem Kombipräparat.
Sie arbeiten ausschließlich mit dem einen Produkt von dem einen Herstellern mit dem einen Wirkstoff. Punkt Ende und AUS – keine weitere Diskussion!
Traurig.
So muss ich nun letztlich bis zum Termin in der neuen Ambulanz warten. Ich kann es nur aus dem einen Winkel betrachten, jeden weiteren Tag den ich Schmerzen aushalten muss, kann ich Schmerzensgeld für verlangen (Durch Klagen..). Da man die Pflicht gehabt hätte alles Menschenmöglich zu machen…=> einen Wink zu den Patientenrechten. einfach mal googeln. Es gibt in Deutschland auch Grundrechte, wie ein Leben ohne Schmerz.
Auch wenn die rechtlichen Belehrungen in den Fachbüchern sich auf die Postoperative Schmerztherapie beziehen, so gibt es dennoch auch das recht für Menschen mit chronischen Erkrankungen. In der Vergangenheit gab es den einen oder anderen Fall in dem erfolgreich Schmerzensgeld Zahlungen vor Gericht erstritten worden sind. Heute wählt man dafür meist Schlichtungsstellen oder einen Vergleich.
Somit bleibt mir nur dieser Weg, denn bis heute verweigert man eine Stellungnahme zur der “Behandlung” der Bericht ist inkorrekt und enthält Formulierungen die mitunter nicht der Wahrheit entsprechen und auch den Tatbestand der Nötigung erfüllen.
So etwas sollte ein Beispiel sein, wie ein Bericht NICHT Aussehen sollte.
Ich habe schon während der Therapie an dem Wochenende massive Schmerzzustände gehabt. Diese Berichte hatte ich aus Respekt vor dem Chefarzt aus dem Blog genommen. aus Respekt vor Ihm und seiner Person. Ich wollte die Möglichkeit einräumen dass es persönlich Stellung zur Sache nimmt. Aber er und sein Chef haben sich um das Gespräch erfolgreich gedrückt. Anders kann man das nicht nennen.
Der Oberarzt hat sich schlich nicht dafür interessiert und nur aus Pflicht seinem Chef und Studienkollegen (die 2 gibt’s wohl immer nur im Doppelpack, denn auch mit dem war er schon zuvor in einer anderen Klinik… nur für kurze Zeit bis sie dann hier in die Klinik wechselten… warum wohl nur…) gegenüber.
Nicht weil er wirklich Interesse am Patienten hätte. Schließlich sei ich ja zu Ihm gekommen. Ganz einfach falsch!
Ich bin nicht zu ihm als Person gekommen, ich bin in die Einrichtung gekommen, weil ich nach dem ersten Gespräch der Meinung war, dass ich hier gut aufgehoben bin – nicht zuletzt auch deshalb weil der Chefarzt bei dem Gespräch dabei war. Und mir das Blaue vom Himmel herunter erzählt hatte. Wer konnte denn Ahnen dass die so viel Ahnung von Schmerztherapie und deren Ausführung hatten wie die Hausärztin die ich 2008 nach de BSV aufgesucht hatte. Der lag aber wohl noch ein bisschen mehr am Patienten als dem Doppel. Dass der Chefarzt gerne in den Medien herumgeistert ist ja kein Geheimnis, auch sein Studienkollege gefällt sich in der Rolle. Ob das jetzt alles zum Patientenwohl dient, sei wirklich dahingestellt, denn die Werbeaussagen treffen ohnehin ganz und gar nicht zu.
Ich gehe gezielt nochmal in dem offenen Brief auf einige Punkte ein… das Teil wird lang… sicher einige Seiten, d.h. auch die gänzlich neue separate Seite, nur mit dem Brief in Seitenansicht entsprechen anonymisiert.
Von daher, ich verabschiede mich für den Tag, heute von euch
euer Tobias