Ein gut gemeinter Rat

Manchmal da habe ich nach einer langen Zeit wieder mal Glück nach einer Tiefen tiefen tiefen Selbsthypnose. So wie gerade eben…

Heute hatte ich so ein quasi Tief – nachdem die letzten beiden Tage eher mit Arbeit gefüllt waren – so ist der heutige mal eher was zum Relaxen. oder zu Deutsch ich muss warten bis die Teile hier sind mit denen ich weiter machen kann.
Und DHL, Hermes und CO sind manchmal geduldig. . Andere Dinge sind vermutlich auch morgen noch nicht da, hinzu kommt dass ich morgen on tour sein werde… sprich ich bin gar nicht zuhause Wenn ein Paketbote kommt, aber vermutl. kommt morgen keiner.

Gerade nach der Selbsthypnose hatte ich für 30 Sekunden mal so gut wie keine Schmerzen (was denke ich auch mal an der Haltung, dem Doppelschlag Magnetfeldmatte, Akupunktur und 100mg Oxycodon lag). Dennoch ein schönes Gefühl, was leider viel zu schnell wieder verblasste.
Der Geist kann also einiges bewirken – wenn auch nicht von Dauer. Ich habe lange gebraucht um das in der Perfektion zu können, so kann ich das auch in Wartezimmern, im Zug, im Auto… aber die Schmerzfreien Momente oder das was dem am nächsten kommt sind selten. Ich weiß dass in den letzten 2 Jahren, das nur 14mal geschafft habe. Max. 2 Minuten Lang, länger auf keinen Fall. Die kleinste Bewegung danach reicht nämlich aus um den Zustand zu beenden. Woran mag das liegen?!
Ich hab keine Ahnung. Wenn ich das wüsste- würde ich das öfters machen.

Das war auf der Skala etwa eine 3… im gesamten Rücken und soweit bin ich schon länger nicht mehr gekommen, auch wenn ich meine Beine komplett nicht mehr gespürt habe, war es ein angenehmes Gefühl! Man mag das kaum glauben, manch anderer wäre sicher in Panik ausgebrochen, wenn er nach dem Entspannen wieder zu sich kommt, aufstehen will und merkt da geht was nicht. Aber mir war es wichtiger, dass ich selbst wieder nach rund 2h aufgewacht bin und dass mir mal nicht das Knie und das Bein wehgetan haben. Leider muss ich sagen folgt auf dieses sehr positive Resultat dann in der Nacht eine Spitze die gerne mal 5-8h dauern kann und netterweise den Pegel um 9 durchbricht.

Dennoch machen diese Momente einen Süchtig… süchtig nach Schmerzfreiheit. Süchtig einmal mehr seine Gedanken frei von allem zu haben was einen sonst belastet. Die Außenstehenden werden jetzt sagen? das in 30 Sekunden so was geht doch nicht? wieso dass bitte schön funktionieren? Nun ja ich glaube als Schmerzpatient entwickelt man ein Fell, ein dickes Fell. Ich kann nämlich die Momente an denen ich völlig frei von Schmerzen war, wirklich an einer Hand abzählen. Völlig so liegt meine letzte Erinnerung in den letzten 10 Jahren schon Erz lange zurück! Leider.

Jemand hat mich mal gefragt: “wie hältst du das Tag für Tag eigentlich aus?” [...] “… ich hätte mich schon von der nächsten Brücke gestürzt”
Ich konnte darauf nicht wirklich antworten – so genau weiß ich das nicht. Es ist wohl einfach so, auch wenn ich durchaus meine schwachen Momente habe, die so würde ich sagen zuletzt im Krankenhaus waren. Momente in denen man sich fragt… willst du das wirklich? # willst du wirklich so weitermachen? # na dann soll der Mal sehen was er davon hat! letzteres ist kein Scherz – auch die bisweilen fehl am Platze gewesenen Kommentare eines Arztes oder auch eines Psychologen können so eine Down Phase auslösen. Die hält bei mir nie lange genug an, als dass ich wirklich in Betracht ziehen würde eine Dummheit zu begehen (meist nur ein paar Sekunden).
Soweit lasse ich die Schmerzen nie vordringen – auch wenn sie Lebensbegleitend sind, versuche ich dass sie nicht lebensbeherrschend werden. Das sollten sich auch andere zu Herzen nehmen. Schwache Momente sind erlaubt, solange sie nicht von Dauern sind. Wichtig ist dass ihr erkennt, was wirklich wichtig ist, wer euch in eurem Leben zur Seite steht, ohne Fragen zu stellen.
Es gibt immer einen Ausweg – der Freitod ist nie eine Lösung die euch zufriedenstellen wird. Ihr stürzt damit eure Angehörigen auch in tiefes Loch, aus dem Sie sich gegeben Falls nie mehr befreien können und sich dann ebenfalls das Leben nehmen, weil Sie mit dem Verlust nicht umgehen konnten! Das wollt ihr doch sicher nicht?

Erschütternd finde ich wie viele Menschen im Netz, nach Begriffen wie Tablettencocktail, schmerzfreier Selbstmord, Endlich Schmerzfrei Suizid etc. suchen.
Deswegen schneide ich dieses, in vielen Augen heißes Thema an. Wenn ihr das Gefühl habt ihr müsstet eurem Leben aktiv ein Ende bereiten, so überlegt euch das gut, Ob das Leben nicht die bessere Alternative bietet. Denk vielleicht an jemandem dem es deutlich schlechter geht als euch – der bringt sich auch nicht einfach um!
Wenn ihr eurem Leben ein Ende setzt oder es versucht dann leidet die gesamte Familie darunter, egal ob es vielleicht nicht jeder zugeben würde. Es ist so.
Wenn ihr aktive Hilfe sucht, so wendet euch an eine Vertrauensperson oder wählt  im besonders dringenden Fällen den Notruf.
Es gibt noch die Telefonseelsorge, in vielen Fällen einen Psychosozialen Notdienst. Freunde und wenn es der Nachbar ist. Bei akuten Selbstmord und Freitod Gedanken solltet ihr euch Hilfe suchen!
Als Angehörige solltet ihr auf Anzeichen achten:
- Wenn sich derjenige zurückzieht und sich ggf. gehen lässt
- Wenn derjenige sich meldet – obwohl das nicht seine Art ist und sich ggfs. Verabschiedet!
und weitere:
- Wenn Jemand Dinge verschenkt – die ihm eigentlich viel bedeuten
- Wenn Jemand plötzlich anfängt Dinge in Ordnung zu bringen
- Wenn Jemand anfängt verbal von Selbstmord zu sprechen als wäre es nicht besonderes, oder in dem er sich “verabschiedet”

Solltet ihr das oder Ähnliches Verhalten feststellen, so sprecht die Person an. Sucht euch ggfs. Rat bei einem Arzt eures Vertrauen (auch Hausärzte können im Zweifel zumindest mit einer Adresse weiterhelfen, engagierte sind selten geworden gibt es wohl doch noch, die setzen sich aktiv ans Telefon und versuche eine Lösung zu finden, wenn der Betroffene im direkten Familiären Umfeld des Patienten ist)
“Nichts zu tun”
ist kein Weg und sollte nicht in Betracht gezogen werden. Wenn jemand aktiv im Beisein von anderen Suizid Gedanken gefasst, schreit das Quasi nach Hilfe und sollte nicht ungeachtet bleiben. Die meisten suche einfach nur Hilfe, selten suchen Mensch Aufmerksamkeit – das Risiko dass es eben nicht so ist. Ist schlicht zu hoch!

Ich bin als Schmerzpatient und als Gast in diversen Krankenhäusern und Arztpraxen schon oft mit dem Tod konfrontiert worden, dennoch bin ich mir dessen durchaus bewusst, dass eine schwere Krankheit, eine seelische Last oder auch der plötzliche Verlust eines geliebten Menschen einen tief runterziehen kann. So tief dass man sich allein nicht aus dieser Situation befreien kann. Ich habe leider auch schon mehrmals in meinen Kreisen erleben dürfen, dass es Menschen nicht mehr aushalten. Speziell als Schmerzpatient sind mir da mehrere Leute im Gedächtnis geblieben. Die es irgendwann nicht mehr ausgehalten haben, die ihre Schmerzen, ihre ärztliche Betreuung und die evtl. nicht funktionierende Medikation für ein Scheitern im Leben verantwortlich gemacht haben. Die vor Schmerzen keinen Ausweg mehr wussten und ihrem Leben, zum Teil in ebenfalls sehr Schmerzhaften Wegen in Ende bereitet haben.

Hinterlassen haben Sie eine trauende Familie, eine Ehefrau oder Mann, einen Lebensgefährten, ihre Kinder, ihre Eltern und Freunde.
Für Manche davon kam es unerwartet, für andere wieder nicht und Sie fragen sich unter Umständen für Jahre: ob sie es denn nicht hätten kommen sehen müssen, da es doch Anzeichen gab! Wieso hat man den oder diejenige(n) nicht ernst genommen, wieso? Leichter ihr geht verfrüht auf eine Person zu als zu spät.

Es gibt Menschen die Sagen, wer aktiv von Selbstmord spricht – bei dem wird die Tat als solches noch auf sich warten, ich bin nicht der Meinung da ich selbst im näheren Umfeld jemand kannte, der eben jene Suizidalen Gedanken Tage und Stunden vor seiner Tat äußerte. Es hörte ihm keiner zu! Alle Dachten er würde nur scherzen. Menschen die Ihn näher kannten – die dachten er hätte nur eine “down-Phase” und würde sich wieder Fangen. Das war dann nicht so. Er starb mit gerade einmal Mitte Zwanzig. Allein und voller Schmerzen. So sollte niemand gehen müssen. Also kann ich nur den Aufruf machen, wenn euch solches Verhalten auffällt wie oben genannt – geht auf denjenigen zu, seit notfalls beharrlich und sprecht denjenigen nochmal an.

 

Interna
Ich werde in Zukunft die Tages/Nachtberichte als Daily Journal bezeichnen – um zum einen die Titellast von mir zu nehmen und zum anderen um eine bessere Transparenz für neue Leser zu schaffen.

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